Bericht zum 9. Bundesweiten Motorradtreffen der Justiz in Ascheberg bei Kiel

Donnerstag 09.07.2009,
wir treffen uns zu fünft um 09:00 Uhr auf dem Parkplatz vor der Anstalt um gemeinsam die Strecke bis nach Ascheberg bei Kiel zu fahren. Unterwegs nehmen wir noch zwei Kollegen auf und fahren zuerst bis nach Auerbach. Dort, beim ersten Tankstop, fängt es leicht zu regnen an. Was nun? Stellen wir uns die Frage, Regenpelle an oder doch aus. Da wir ein großes Stück Autobahn vor uns haben und so wenig wie möglich bis zum nächsten Tanken halten wollen, entschließt sich die Mehrheit dazu sich wetterfest einzupacken. Auf der Autobahn kommt dann die Sonne raus, wunderbar, statt nass von außen, schwitzen wir jetzt wie die Sch.. und werden unter unseren Kombis nass.
Was soll’s, wir wollen vorankommen und heute Abend noch Ascheberg erreichen. Also erst mal weiter und Kilometer schrubben.
Beim nächsten Tanken also Regenpelle wieder aus und ohne weiterfahren. Endlich kommt etwas Luft unter die Klamotten und es fährt sich angenehmer.
Kurz vor der Mittagspause ist es dann soweit, wir verlieren unseren Presi der als Schlussmann fährt. Er hat unter dem Helm einen Niesanfall, fährt auf den Standstreifen raus und das ausgerechnet kurz bevor wir nach 150 km gerader Autobahnfahrt bei Leipzig von der A9 Richtung Magdeburg auf die A14 wechseln. Unbeirrt fährt er Richtung Berlin weiter, denkt sich wofür habe ich meine Roadcaptain, wird dann allerdings misstrauisch, als er merkt, er holt uns trotz seiner 1200 cm³ nicht mehr ein. Mit SMS und Handy Anruf lotsen unsere Roadcaptain Wolfi und Hans unseren Presi auf die richtige Autobahn und den richtigen Rastplatz.
Magdeburg Richtung Hannover weiter und plötzlich geht nix mehr. Die Autobahn ist total gesperrt und wir stehen im Stau, ein ADAC Fahrzeug macht endlich eine Gasse frei, wir hängen uns ran und schaffen es dadurch bis zur Ausfahrt. Danke ADAC vielleicht sollte ich doch Mitglied werden?
Weiter auf der Landstraße, es geht im Schneckentempo Stopp and Go quälend langsam voran. Weil es zwischendurch immer wieder ein paar Regenschauer gibt, schaffen wir nur wenige nasse Kilometer. Die Prozedur Kombi an oder aus spielen wir noch ein paar mal durch bis wir kurz vor Celle endgültig die Schnauze voll haben. Bei Regen am Abend auf dem Zeltplatz ankommen? Es gibt angenehmere Vorstellungen. Die gute Laune sinkt und genervt beschließen wir beim nächsten Schild PENSION oder ZIMMER FREI zu halten und nicht mehr weiter zu fahren. Im kleinen Ort Winsen, einige Kilometer vor der A7 werden wir fündig. Wir quartieren uns bei einem älteren Ehepaar auf deren Hof ein. Zuerst sind sie etwas verwundert über sieben durchnässte Motorradfahrer die ihre Unterkunft stürmen. Doch dann nehmen sie uns schließlich gerne auf als sie erkennen, dass wir gemütliche und nette Bayern sind und bieten uns sogar ihre Scheune als Stellplatz für die Motorräder an. Endlich kann alles trocknen. Wir essen gemütlich im örtlichen Nobelrestaurant zu Abend und trinken im Anschluss auf unseren Zimmern noch ein paar kleine Bier, die uns der Vermieter netterweise hingestellt hat. Am nächsten Morgen endlich Sonne und es gibt von der netten Quartiersfrau ein traumhaft üppiges Frühstück. Nach einem herzlichen Abschied mit viel Winken fahren wir bei Sonnenschein zu unserem Ziel nach Ascheberg weiter. Kurz vor Hamburg verirrt sich erneut einer unserer Kollegen. Im Gewühl des Verkehrs und der Abfahrten A7 und A1 verlieren wir einen Mitfahrer. Die ganze Zusammenfinde- Prozedur beginnt wieder von vorn aber wir schaffen es uns auf einem Rastplatz wieder zu komplettieren. Bei anhaltend gutem Wetter fahren wir weiter nach Ascheberg und als wir dort in die Tankstelle einbiegen fängt es an wie aus Eimern zu schütten. Wir schaffen es gerade noch unter das Tankstellendach und lassen uns für das Tanken viel Zeit. Nach ca. 15 Minuten klart es wieder auf und wir wollen zum Veranstaltungsgelände auf Gut Ascheberg fahren. Plötzlich ertönt ein Martinshorn, Feuerwehr, ein Unfall? Nein, durch den Regen ist ein Ast von einem Baum am Straßenrand abgebrochen und auf die Straße gefallen. Die Feuerwehr sperrt die ganze Straße und sägt noch die losen Äste des Baums ab. Nach 20 Minuten warten können wir dann weiterfahren und den letzten Kilometer bis zum Veranstaltungsort zurücklegen um endlich anzukommen. Wir melden uns an und belegen, bei Gott sei Dank wieder gutem Wetter, am Freitagnachmittag unseren Zeltplatz. Das Treffen und die Fete kann jetzt auch für uns Amberger beginnen. 

Freitag 10.07.2009,
noch ein wenig geschlaucht von der Anreise orientieren wir uns zuerst auf dem Festgelände wo was zu finden ist. Als erstes entdecken wir die Bon-Kasse und decken uns mit den ersten Bons ein, dort sehen wir auch das Schild vom „Fischdandler“ der mit leckeren Fischgerichten lockt. Kollegen die schon vor uns angekommen sind loben den Händler in höchsten Tönen und wir beschließen den ersten Hunger dort zu stillen. Hier treffen wir auch die ersten Straubinger die am Steg rumlungern und wir grüßen wie unter Bayern üblich: „Servus, Ia sats oba a übarall.“ Der Freitag verläuft super mit wechselndem Wetter. Am Abend ist im Stadl eine komische Musikzusammenstellung zu hören, aber unsere Feierlaune lassen wir uns nicht nehmen Es wird ein super Abend und wir fallen müde und zufrieden in unsere Schlafsäcke. 

Samstag 11.07.09,
draußen ist es kalt und im Stadl auch nicht wärmer, mit heißem Kaffee und gutem Frühstück starten wir in den Tag und beobachten wieder einmal wie das Wetter verrückt spielt. Fünf bis zehn Minuten Regen wechselt sich mit 30 Minuten Sonne ab und so geht das eine Zeitlang weiter. Wir beschließen trotzdem die Tour nach Kiel mitzumachen und dort den Marinestützpunkt zu besichtigen. Während der Fahrt und in Kiel bleibt das Wetter schön und es wird ein klasse Ausflug, vor allem als es uns ermöglicht wird die im Hafen liegende Gorch Fock zu besichtigen.
Als wir zurück nach Ascheberg kommen beginnt bereits die Aufstellung zum Korso wir reihen uns unter die Motorräder ein. Eigentlich warten wir auf die Abfahrt aber das Wetter hat wohl gemeint wir warten auf den Regen. Kurz vor der Abfahrt fängt es wieder an wie aus Eimern zu schütten und die Fahrer verlassen fluchtartig die Motorräder, um sich unter nahen Bäumen oder an anderer Stelle vor dem Regen zu schützen. Nach ein paar Minuten ist auch dieser Spuk vorbei und bei Sonnenschein und dampfender Straße fahren wir im Korso zur Spendenübergabe nach Kiel.
Wieder zurück auf dem Festgelände genießen wir den späten Nachmittag bei weiterhin gutem Wetter und sind anschließend beim offiziellen Teil der Veranstaltung im Stadl dabei. Am Abend hat die neue Band den wesentlich besseren Musikgeschmack und wir freuen uns über die heißen Mädels auf und auch vor der Bühne. 

Sonntag 12.07.09,
nach dem Frühstück machen wir uns für die Heimreise fertig und packen zusammen. Traurig, dass das Treffen schon wieder vorbei ist, gehen einige von uns noch einmal ans Wasser um sich vom schönen Plöner See zu verabschieden. Zwei Kollegen machen sich auf dem direkten Weg nach Hause und die restlichen fünf starten von Ascheberg zur „Tour de Deutschland.“ 

Einen klasse Bericht über das Kieler Treffen findet ihr von Gotti auf der Seite der Straubinger Kollegen unter: www.jailriders.de. 

Tour de Deutschland,
wir übrigen fünf Amberger Kollegen fahren von Sonntag bis zum Donnerstag über Rügen, dem Müritzer See, Berlin und Dresden in den Spreewald nach Königsbrück um dort unseren Kumpel Jens zu besuchen. Er betreibt dort die legendäre Mephisto Garage. Hier tauchten wir in die Welt der 50er und 60er Jahre ein. Wir sehen heiße Hot Rods die stilecht in authentischen Umgebung umgebaut und hergerichtet werden. Nach einer Übernachtung in der Werkstatt, mit lautstarker Schnarchkulisse von unserem Presi, geht es nach einem, von Jens aufgetischten guten Frühstück weiter auf Tour. Zum Abschied lassen wir noch eine Bayernfahne da um die Werkstatt mit ein wenig heimischem Kulturgut zu bereichern.
Wir fahren weiter nach Pirna zur Bastei und von dort über Tschechien wieder nach Hause. 
Fazit,
das Treffen in Kiel war bis auf das saublöde Wetter und der Band mit der seltsamen Musik am Freitag super und ist rundum gelungen (wobei die Band gut gespielt und gesungen hat, nur die Auswahl der Lieder war mies).
Das Wetter kann man nicht bestellen und jeder Biker, der deshalb nicht zur Veranstaltung fuhr sollte seine Einstellung zum Motorradfahren überdenken. Wegen ein paar Regentropfen, die übrigens nur aus WASSER bestehen, haben diese Jungs eine geile Party verpasst und die Kieler Kollegen in finanzielle Schwierigkeiten gebracht.

Wir Amberger haben keine Minute und keinen Kilometer bereut und freuen uns jetzt schon auf das nächste Treffen in Düsseldorf.